Gersfeld - 21.12.2016Trägervereine & Partner

VNLR-Stellungnahme Suedlink

Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön hat sich als Förderverein des Biosphärenreservates Rhön intensiv mit den zur Diskussion stehenden Trassenkorridoren der Suedlink befasst und eine umfangreiche Stellungnahme erarbeitet, welche die einzelnen Raumwiderstände dokumentiert. In der Hessischen Rhön schneiden die geplanten Korridore 93, 103 und 106 das Biosphärenreservat.

Im Rahmen der Stellungnahme thematisiert der Verein Natur- und Lebensraum Rhön die naturschutzfachlich wertvollen Schutzgebiete Dreienberg und Landecker, welche durch den Korridor 93 in der nördlichen Kuppenrhön betroffen werden. Dabei werden insbesondere auch die Vernetzungsstrukturen zwischen den beiden Bergen als schützenswert herausgearbeitet.

Beim Korridor 103, der östlich von Eiterfeld und Hünfeld verläuft, ist es z. B. das Naturschutzgebiet Weinberg und die Kernzone Stallberg, die beeinträchtigt werden. Ähnlich wie bei Korridor 93 werden auch bei diesem Korridor wichtige Wanderwege der Wildkatzen von der geplanten Trasse geschnitten. Betroffen ist ferner das Vogelschutzgebiet Hessische Rhön mit seinen Rotmilan- und Schwarzstorchvorkommen. In der Stellungnahme wird auf die historischen Siedlungsspuren wie Hügelgräber und steinzeitliche Funde eingegangen und die besondere archäologische Bedeutung des Gebietes herausgearbeitet.
Eingebracht werden auch soziale und wirtschaftliche Raumwiderstände.
So liegt der Ort Stendorf mitten im Korridor 103. Vom Trassenverlauf sind hier auch eine Reihe von landwirtschaftlichen Betrieben betroffen, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden. Ein absoluter Engpass stellt aus Sicht des Vereins das Lüttertal zwischen Lütter und Weyhers dar. Hier wird ein europäisches Naturschutzgebiet tangiert. Zwingend sicher zu stellen ist, dass die Erdleitung keinen Einfluss auf die Quellen der örtlichen Mineralbrunnen nimmt. Im Bereich der Döllbachaue sehen die Verantwortlichen erhebliche Raumwiderstände auf Grund der zahlreichen Vorkommen von geschützten Arten wie Edelkrebs, Schneider, Biber und Eisvogel.

Besonders herausgearbeitet wird in der Stellungnahme der Quellenschutz. Quellen sind besonders schützenswerte Biotope nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Damit ist sicher zu stellen, dass die zahlreichen Quellen nicht gefährdet werden. Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön fordert für das Gebiet des Biosphärenreservates eine gesonderte Quellenkartierung innerhalb der Korridore.

Auch auf die besonderen Belange der Landwirtschaft im Biosphärenreservat Rhön geht der Verein in seiner Stellungnahme ein. Hier wird darauf Wert gelegt, dass die besseren Bodenqualitäten geschont werden und vor Durchführung der Baumaßnahmen eine Bodenschutzkonzeption sowie eine bodenkundliche Baubegleitung sichergestellt werden.
Gefordert wird aber auch, dass naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen nicht auf den dringend benötigten landwirtschaftlichen Nutzflächen erfolgen.

Dr. Beier, der 1. Vorsitzende des Vereins, macht deutlich, dass sich der Verein nicht grundsätzlich gegen die Suedlink-Trasse ausspricht. Allerdings gilt es, die Interessen des Biosphärenreservates und der hier lebenden und arbeitenden Menschen zu wahren. Dr. Beier betont, dass er auf einen konstruktiven Austausch mit den Planern der Suedlink hofft.

21.12.2016

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Foto: Der Korridor 103 quert das Lüttertal zwischen RhönSprudel und Lütter (Foto: M. Kremer)

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