Oberelsbach - 20.12.2016Trägervereine & Partner

Lebensraum Nacht – Ansätze für die Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Sternenpark Rhön

Fortbildung für Umweltpädagogen und Lehrer

Die Nacht und der Sternenhimmel wirken in besonderer Weise auf die Menschen. Die Möglichkeiten, die sich daraus für die Bildung für die nachhaltige Entwicklung ergeben, wurden bei dieser Fortbildung gezeigt und diskutiert. Nach astronomischen und ökologischen Grundlagen ging es in den Workshops um die didaktische Umsetzung in der Bildungsarbeit.

Die Rhön ist seit 2014 als Sternenpark international anerkannt. Das Ziel ist der Schutz der Nacht, denn hier in der Rhön ist der Einfluss von künstlichem Licht noch relativ gering. Von Beginn an hat die Umweltbildungsstätte Oberelsbach astronomische Nachtwanderungen ins Programm aufgenommen, die sehr stark nachgefragt werden. Auf dieser Erfahrung baute die Fortbildung auf.

Vom 05. – 06. Dezember 2016 besuchten 5 Referenten die Umweltbildungsstätte Oberelsbach, um aus ihren Fachgebieten vor über 20 Teilnehmern vorzutragen.

Nach der Begrüßung durch den Seminarleiter Joachim Schneider berichtete Dr. Andreas Hänel über den Sternenpark und den Verlust der Nacht, was er in einem anschließenden Workshop zur künstlichen Beleuchtung weiter ausführte. Einen erlebnisorientierten Ansatz für die Bildungsarbeit lieferte Maik Prozeller vom Umweltbildungsteam in seinem Workshop zu Nachtspielen.

Das Highlight des ersten Tages war sicher die Sternenwanderung. Diese konnte, bedingt durch Bodennebel, nicht in Oberelsbach stattfinden, weswegen die Seminarteilnehmer auf die Lange Rhön auswichen. Dort bot sich ihnen ein spektakulärer Sternenhimmel, welcher vergleichbar mit dem Nachthimmel in Namibia ist. Da durch den Nebel die Lichtverschmutzung der Städte stark reduziert wurde, hatte man in dieser Nacht Gelegenheit, den Himmel ausführlich und klar zu beschauen.

Am zweiten Tag des Seminars hielt Petra Zub, unterstützt durch Dr. Wolfgang Nässig einen Vortrag über die Auswirkungen von künstlichem Licht auf Insekten. Hier wurde vor allem die Schädlichkeit offener Beleuchtung betont und mehrere positive wie negative Beispiele aus dem Biosphärenreservat vorgeführt. Durch die Erläuterung verschiedener Verhaltensstudien wurde den Teilnehmern klar, dass der Mensch nicht der Hauptleidtragende der Lichtverschmutzung ist, sondern der Insektenbestand.

Der abschließende Vortrag der Fortbildung wurde von Dr. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg bezüglich des „Inventar des Universums" gehalten, in dem es um die Sterne sowie Planeten unseres Universums ging. Zu allererst referierte Sie über den markantesten Stern, der für uns mit dem bloßen Auge sichtbar ist, die Sonne. Es wurden die Sonnenflecken und die Temperatur untersucht, um anschließend andere Planeten und Sterne anhand des Temperaturunterschieds zu vergleichen.

Zum Schluss der Veranstaltung hatten die Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit, in einem Workshop sich zum Thema Apps für die Bildungsarbeit zu informieren und praktisch auszuprobieren. Ebenso wurden verschiedene Beispiel-Experimente durchgeführt, welche für den Schulgebrauch geeignet sind.

Durch die thematische Breite der Beiträge und die engagierte Mitarbeit der Teilnehmer konnte das Thema Lebensraum Nacht ausführlich beleuchtet werden.

Bericht von Alexander Braunstein, FÖJ'ler des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V.

20.12.2016

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Die Teilnehmer der Fortbildung beim Betrachten des Sternenhimmels auf der Langen Rhön (Foto: Dr. Andreas Hänel)

Die verschiedenen Experimente rund um das Universum begeisterten die Teilnehmer (Foto: Dr. Andreas Hänel)

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