Geschichte

Frühgeschichtliche Kulturen sind nur im Rhönvorland vertreten. Mit Beginn der Bronzezeit (1800 – 1200 v. Chr.) erfasste die Besiedlung auch die Kuppen- und Nordrhön. Dieser Epoche entstammen z.B. die Hügelgräber beiderseits des oberen Biebertales. Eine dauerhafte Besiedlung setzte in der ausgehenden Bronzezeit (1200 – 800 v. Chr.) ein, wie die jüngsten Ausgrabungen am Ringwall des Berges Milseburg (835 m) belegen. Auf der Milseburg befand sich in der Eisenzeit um 450 v. Chr. eine stadtartige Anlage, die in der Region eine hohe Bedeutung hatte. Die befestigten Ringwallanlagen auf vielen Bergen der Vorder- und Kuppenrhön entstanden um 450 vor bis Christi Geburt. Nach Verdrängung der Kelten wurde die Rhön Grenzland zwischen den germanischen Stämmen der Thüringer, Franken und Chatten. Im 8. Jahrhundert missionierte der Heilige Bonifatius nach der Klostergründung in Fulda 744 n.Chr. das Gebiet der hessischen Rhön. Bildstöcke, Steinkreuze und Kreuzwege, aber auch viele historische Kirchen und Kapellen legen Zeugnis ab von der christlichen Verwurzelung der Bevölkerung.
Die beiden territorial benachbarten geistlichen Herrschaften Fulda und Würzburg schufen durch planmäßige Waldrodung neues Siedlungsland und gründeten zahlreiche Ortschaften. Die im Mittelalter erstarkten Rittergeschlechter behaupteten zunächst ihr Territorium gegen die geistlichen Fürstentümer. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Schlösser und Burgen. Dazu gehören die Ruinen der Ebersburg mit ihren zwei Türmen oberhalb von Poppenhausen, der Burg Eberstein bei Brand und der Auersburg nördlich von Hilders, die Schlösser in Tann und Gersfeld sowie das Schloss Bieberstein bei Hofbieber.
Die geistlichen Herrschaften Fulda und Würzburg drängten immer mehr Nach der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode Ende des 15. Jahrhunderts begann mit der Zunahme der Bevölkerung und einer allmählichen Verbesserung des Klimas eine Wiederherstellung und Ausweitung der Landbewirtschaftung. Durch eine gezielte Siedlungspolitik wurden neben den Kernorten eine ganze Reihe Einzelgehöfte und Weiler angelegt, die noch heute für das Erscheinungsbild der Vorder- und Kuppenrhön typisch sind. Durch das über Jahrhunderte betriebene Waldgewerbe (Köhlerei, Glashütten, Eisenschmelzen) entwickelte sich aus dem Waldland „Buchonien“ das „Land der offenen Fernen“.

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